Pokalsensation in Leutzsch! Taktische Umstellung zeigt Wirkung.

19.08.2018 – Der SSV Jahn Regensburg findet in der diesjährigen ersten Pokalrunde des DFB Pokals erneut ein überraschendes und schnelles Ende. Der Zweitligist unterliegt dem Leipziger Traditionsfeiern BSG Chemie Leipzig mit 2:1 (0:1). Somit erfährt das Team von Trainer Achim Beierlorzer zum achten Mal in den letzten neun Jahren ein Erstrunden-Aus im DFB Pokal.

Spielsysteme beider Mannschaften

Bei den Leipzigern ließ sich eine Änderung zu ihrem, aus der Oberliga gewohnten System erkennen. Sie stellten von dem 4-4-2 System auf ein klassisches 4-2-3-1 System um, in welchem Lars Schmidt und Böttger für Wendt und Berger in die Stadtformation rückten. Diese Systemumstellung zielten auf ein kompaktes verschieben im Block und ein daraus resultierendes kompaktes Zentrum hin. Damit erhoffte man sich, ein gutes Mittel gegen die vielen, schnellen Seitenwechsel des SSV Jahn Regensburg gefunden zu haben. Nach der Niederlage in der Liga gegen Paderborn stellte der Coach die Regensburger auf gleich 5 Positionen um. Föhrenbach, Lais, George und Adamyan rückten auf die Bank, dafür spielten Nandzik, Stolze, Nietfeld und Derstroff von Anfang an. Außerdem wurde Stammtorhüter Pentke durch Weis ersetzt. Sie starteten mit einer sehr spielstarken Doppelsturmspitze im offensiven 4-4-2 System. Captain Grüttner und Vrenezi sollten, im Sturm, durch ihre individuelle Klasse schnell einen Unterschied machen. Gegen den Ball agierten die Regensburger mit einer Spitze, und somit im 4-2-3-1 System. Ziel des einzelnen Stürmer war es, den Ball nach außen zu lenken. 

Leipziger heben Viererkette auf und agieren mit Diagonalbällen

Die durch die Pokalteilnahme sichtlich motivierten Leipziger konnten sich schnell ihre ersten Chancen erarbeiten. Schon in der 5. Spielminute wurde der Regensburger Schlussmann durch einen Flachschuss von Bury getestet. Danach sah man immer wieder das gleiche Muster in der Leutzscher Hälfte. Ein 6er schob zwischen die Innenverteidiger, die Außerverteidiger schoben hoch und es bildete sich eine neue Dreierkette, während die klassische Viererkette aufgehoben wurde. Der rechte Innenverteidiger wurde immer wieder vom Torwart angespielt. Dieser dribbelte dann so lange an, bis die Regensburger so weit eingeschoben waren, dass ein weiter Diagonalball auf die linke Seite möglich war. Hier wurde dann durch den hochgeschoben Außenverteidiger ein kurzzeitiges Überzahlverhältnis erzeugt. Das Ziel der Jahn Elf, in Form des Stürmers Grüttner, war es den Ball nach außen zu lenken. Dann den Ball in der gegnerischen Hälfte zu gewinnen und daraufhin schnell umzuschalten. Folglich wurden Diagonalbälle bewusst von den Leipziger Innenverteidiger geschlagen. 

Flanke auf den 2. Pfosten bringt Führungstreffer

In den ersten 15 Minuten war das Spiel sehr ausgeglichen, jedoch traf in der 20. Minuten, nach einer Flanke, der neu in die Startelf gerückte Derstroff für den SSV zur 0:1 Führung. Dies kam durch einen zu kurz geklärten Ball der Leipziger zustande, die danach schlicht zu langsam rausrückten. Das ermöglichte den Regensburgern eine Flanke auf den zweiten Pfosten. Alle Chemie Verteidiger konzentrierten sich auf den eigentlichen Zielspieler Grüttner, was zur Folge hatte, dass Derstroff völlig frei am zweiten Pfosten zum Abschluss kam und den Führungstreffer erzielen konnte. In den ersten 15 Minuten war das Spiel sehr ausgeglichen, jedoch traf in der 20. Minuten, nach einer Flanke, der neu in die Startelf gerückte Derstroff für den SSV zur 0:1 Führung. Dies kam durch einen zu kurz geklärten Ball der Leipziger zustande, die danach schlicht zu langsam rausrückten. Das ermöglichte den Regensburgern eine Flanke auf den zweiten Pfosten. Alle Chemie Verteidiger konzentrierten sich auf den eigentlichen Zielspieler Grüttner, was zur Folge hatte, dass Derstroff völlig frei am zweiten Pfosten zum Abschluss kam und den Führungstreffer erzielen konnte. 

Seitenverlagerungen dankbar für tiefstehende Leipziger Viererkette

Nach der Halbzeitpause war ein klarer Unterschied im Leipziger Spiel zu vermerken. Sie kamen deutlich besser ins Spiel und trauten sich deutlich mehr nach vorne – was zur Folge hatte, dass sie in ihren Aktionen zwingender als zu Beginn waren. Die Regensburger versuchten sich mit hohen Seitenverlagerungen durch Diagonalbälle zu helfen. Ziel war es, durch gezielte Flanken den zweiten Treffer zu erzielen. Die Flanken waren jedoch dankbar zu verteidigen für die tiefstehende Leipziger Defensive. 

Leipzig stellt auf 4-4-2 um

Leipzig war nun gezwungen das System umzustellen, da die Regensburger allmählich nur noch versuchten das Ergebnis zu verwalten. Trainer Demuth wechselte doppelt und stellte auf das gewohnt-klassische 4-4-2 um. Dies zeigte sofort Wirkung. So kam es, dass der neu eingewechselte Wendt den Ball durch die Beine von Torwart Weis zum Ausgleichstreffer in der 69. Minute schob. Es ging sehr einfach: es reichten zwei Pässe um das komplette Zentrum auszuhebeln, sowie beide Innenverteidiger der Regensburger zu überspielen. Wendt lief im richtigen Moment los in die Schnittstelle, konnte sich von seinem Gegenspieler lösen und erziele dann den 1:1 Ausgleichstreffer. Dadurch entwickelt sich ein richtiger Pokalfight, denn durch den Treffer hatten die Leipziger neue kraft geschöpft. 

Chemie Leipzig erzwingt Siegtreffer

Leipzig kreierte im Folgenden weitere Chancen, so hatte Druschky, nach einem Konter über den starken Bury, den Führungstreffer auf dem Fuß. Doch der Schlussmann der Regensburger konnte reaktionsschnell parieren. Andererseits hatten die Grün-Weißen auch Aluminium-Glück, nachdem der Regensburger Geipl mit deinen starken Schuss nur den Pfosten traf. Die Zuschauer im Alfrend-Kunze-Sportpark hatten sich schon auf die Verlängerung eingestellt, als jedoch Druschky in der Nachspielzeit nach einem lang geschlagenen Ball und der hervorragenden Kopfballverlängerung von Bury den Ball aus beachtlicher Distanz im Kasten der Regensburger unterbringen konnte und somit die geduldigen Fans in Ekstase versetzte. Die Pokalsensation ist damit perfekt. Der SSV Jahn Regensburg fliegt erneut in der ersten Pokalrunde raus und die BSG Chemie Leipzig zieht nicht unverdient und mit einem 2:1 (0:1) Sieg in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals ein.  

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