Trainingsreport: Borussia Dortmund

Passspiel unter Zeitdruck

Das Training des BVBs wurde diesmal in einer kleineren Gruppe absolviert. Die Trainingsgruppe bestand dabei nur aus 8 Feldspielern und 2 Torhütern. Auch hier wurde nochmal unterteilt, die Torhüter trainierten wie gewohnt separat, während sich die Feldspieler nach einer ausführlichen Erwärmung und Dehnung einer ersten Passform widmeten. Für diese Übung wurden 4 Trainingsdummys benötigt, die ein Rechteck bildeten, wobei jeweils 1 Startdummy an der Längsseite platziert wurde. An jedem der 4 Dummys stand ein Spieler und an den Startpunkten jeweils 2. Es wurde mit 2 Bällen gleichzeitig gespielt, jeweils 1 Ball an einem der zwei Startpunkten. Anfangs passten die Spieler mit 2-3 Ballkontakten um das Rechteck außen herum und liefen dem gespielten Ball nach.

Passform

Nach einiger Einspielzeit gab es dann die erste Herausforderung für die Spieler. Innerhalb von 20 Sekunden sollten die BVB Profis die Bälle einmal um das gesamte Rechteck spielen ohne einen einzigen Fehler zu machen. Dadurch sind die Spieler gezwungen sehr genau und schnell zu spielen. Es wird höher Zeit- und Präzisionsdruck eingefordert. Als Motivation die Herausforderung erfolgreich zu meistern mussten bei nicht Bestehen der Challenge 10 Liegestütze gemacht werden, bei Bestehen mussten jedoch die Trainer ran. Das gibt einen Anreiz für die Spieler sich noch mehr zu konzentrieren und noch mehr anzustrengen. Diese Übung wurde ein einige Male, inklusive Richtungswechsel, wiederholt. Die nächste Passform der BVB Profis sah sehr ähnlich der Vorhergehenden aus. Der Ablauf bleib der Gleiche, nur mit Klatschen lassen auf den übernächsten Spieler und nachlaufen. Ebenso wie bei der Passform davor gab es eine Zeitbegrenzung, die es zu schlagen gab. Zusätzlich zu einer anspruchsvolleren Übung fördert das auch wieder den Ehrgeiz der Spieler die Herausforderung zu schaffen. Dies ist immer eine Möglichkeit das Training spaßiger und gleichzeitig fordernder zu gestalten. Nach den beiden Passformen ging es dann direkt in eine Spielform, ein 3 vs 3 mit Anspielern. Dabei wurde in einem sehr engen aber langem Feld gespielt. Die Anspieler agieren auf den Längsseiten. Durch diesen Aufbau des Feldes und den zusätzlichen Anspielern kam es zu vielen kleinen Passstafetten. Zusätzlich waren die Profis gezwungen das Spiel oft zu verlagern, um damit immer wieder Platz zu schaffen. Weiterhin war viel Laufarbeit für das Freilaufen und Anbieten gefragt, sowie das Festmachen des Balles, um möglichst lange im Besitz des Sportgerätes zu bleiben und den Gegner daran zu hindern an den Ball zu kommen. Durch die vielen Aktionen und Zweikämpfe ist diese Übung sehr intensiv. Deshalb werden immer mehrere Durchgänge gemacht, kurze Pausen zwischendrin eingelegt und die Anspieler gewechselt. Um die Trainingseinheit erfolgreich abzuschließen kamen die Törhüter dazu. Es wurde ein 5 vs 5 gespielt. Das Feld war dabei in etwas größer als ein Hallenfeld, was dazu führte, dass sich die BVB Profis viel bewegen mussten, um sich immer wieder anzubieten und freizulaufen. Die Spieler sind weiterhin sehr gefordert, weil das Umschaltspiel durch das recht kurze Feld sehr gefragt ist. Es muss viel gearbeitet werden, in der Offensive jedoch auch in der Defensive, durch das Erkennen von Lücken werden Fehler schnell ausgenutzt. Außerdem müssen in der Defensive Schüsse geblockt, Zweikämpfe geführt und Lücken geschlossen werden. Auch hier gab es viele kürzere Durchgänge und immer wieder kurze Pausen, um immer ausreichend Kraft in der Abschlussspielform zu haben. Die vielen kleinen intensiven Durchgänge sind eine Form des Intervalltrainings und schulen die spielspezifische Ausdauer.

Vorbereitung der SG Dynamo Dresden auf das „81. Elb-Clásico“ gegen den 1. FC Magdeburg

Trainingsreport: SG Dynamo Dresden – 1. FC Magdeburg

14.03.2019 – Heute begann Dynamo Dresden mit der intensiven Spielvorbereitung auf das schwere Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg. Bei guten äußeren Bedingungen betrat pünktlich um 10 Uhr zuerst Fitnesscoach Tobias Lange das Trainingsgelände um den ersten Teil des Trainings schon mal vorzubereiten. Wenige Minuten später folgten auch das Trainerteam um Cristian Fiél und die Mannschaft. Einige Fans verfolgten das Geschehen vom Zaun aus und begrüßten alle Akteure herzlich.

Vorbereitung auf das Derby gegen Magdeburg

lockere Ballgewöhnung zur Erwärmung:

Noch vor Beginn der Einheit begann ein Großteil der Spieler schon damit, sich mit dem Ball zu beschäftigen. Einige spielten sich die Bälle zu, andere organisierten einen kleinen Jonglierkreis. Anschließend übernahm Fitnesstrainer Tobias Lange die Mannschaft. Zu Beginn des Trainings liefen sich dann alle Spieler erstmal gemeinsam 2 Runden ein. Auf dem Nebenplatz wurden daraufhin die bereits aufgebauten Hütchen dazu verwendet um eine einfache Ballgewöhnung zu starten. Dabei arbeiteten 10 Spieler in der Mitte des Kreises ohne Ball, indem sie verschiedenen Lauf-ABC Übungen vollzogen. Die übrigen Spieler bewegten sich außen herum mit dem Ball in der Hand, um die abfordernden Spieler mit unterschiedlichen Zuwürfen zu fordern. Nach mehrmaligen Wechseln der Gruppen folgte noch eine kurze Dehnungsphase, ehe Coach Cristian Fiél nach ca. 25 Minuten übernahm.

taktisch geprägter Hauptteil:

Zu Beginn fanden sich die Spieler in 2 unterschiedlichen Ecken zusammen um ein lockeres 8 vs. 2 zu spielen. Wichtig ist dabei, dass die Felder sehr klein gehalten wurden und grundsätzlich direkt gespielt wurde. Um sich jedoch aus schwierigen Situationen zu befreien konnte ein Spieler auch 2 Kontakte nehmen, musste jedoch anschließend einen Positionswechsel auf die gegenüberliegende Seite vollziehen.

Nach 15 spaßigen Minuten ging es nun zum ernsteren Teil des Trainings über. Dabei stand das Flügelspiel im Vordergrund sowie der schnelle Seitenwechsel nach Befreiung aus engen Räumen. Dabei startete jede Aktion auf Höhe der Mittellinie im 7 gegen 4. Eroberten die 4 Gegner den Ball, konnten sie sofort auf das Tor, mit Keeper Markus Schubert hinter dem Feld abschließen. Gelang es der Mannschaft mindestens 5 Pässe im vorgegebenen Raum zu spielen, startete der Angriff mit dem Pass auf den 6er außerhalb des Feldes. Ziel der Übung war es mit wenigen Kontakten das Spiel auf die andere Seite zu verlagern. Dabei hatte der angespielte 6er verschiedene Möglichkeiten das Spiel fortzusetzten. Um komplett die Seite zu wechseln, spielte der 6er den Ball auf den AMF. Dieser setzte sich auf der Außenseite durch und flankte ins Zentrum. Die nächste Variante war ein Schnittstellenpass vom 6er durch die Dreierkette auf den AMF. Eine weitere Variante ist der Pass auf den ST, dieser wurde auf den 8er klatschen gelassen und der Angriff zu Ende gespielt. Diese 3 Varianten wurden abwechselnd auf beiden Seiten trainiert. In den letzten Minuten der Trainingsform konnten die Spieler flexibel die Seitenverlagerungen + Angriffe ausspielen, wobei der Pass zum 6er gleichblieb. Zum Abschluss ging es dann nochmal ins 11 vs. 11, wobei die Inhalte des Trainings umgesetzt werden sollte. Dabei griff der Trainer Cristian Fiél mehrmals ein um Korrekturen auf dem Feld vorzunehmen bzw. Anweisungen zur Verbesserung an die Spieler zu geben. Nach gut 95 Minuten beendete das Trainerteam die Einheit und ließ die Mannschaft noch 2 lockere Runden auslaufen. 

Zusammenfassung:

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass diese Trainingseinheit zielgerichtet aufgebaut war, nämlich mit den Schwerpunkten: Ballsicherheit im engen Raum unter Gegendruck mit der schnellen Spielverlagerung auf die andere Seite. Ebenso wurde variantenreich trainiert, um in kommenden Spielsituationen am Samstag gegen Magdeburg die richtigen Entscheidungen treffen.

Bildquelle: Facebook – SG Dynamo Dresden

Taktische Analyse: Spielreport Deutschland – Brasilien

27. März 2018 – Ein Gastauftritt der brasilianischen Nationalmannschaft in Berlin. Wir haben diese Möglichkeit genutzt, um das deutsche Spiel gegen eine international hochrangige Mannschaft taktisch zu beleuchten. Der inhaltliche Ansatz war dabei der Quervergleich zwischen Deutschlands A-Team und seiner U18 – die kürzlich erst gegen die französische U18 spielte (Deutschlands U18 gegen Frankreichs U18) zu ziehen. Unser Taktikexperte Marcus Urban war anwesend und sah sich in beiden Partien die Grundordnungen an, sowie die Arbeit mit und gegen den Ball an. 

Deutschland U18

Grundordnung: 4-4-2 flach
Der Spielaufbau der Deutschen erfolgte klassisch – die Außenverteidiger schoben hoch, die Innenverteidigung breit und in deren Mitte ließ sich ein 6er fallen. Die Alternative war es, dass sich die beiden IV‘s Bälle zu spielten, um damit den Gegner etwas rauszulocken und dann meist über schnelle und lange Bälle diagonal zu eröffnen. Danach, im Übergangsspiel, schob sich der 2. Zentrumsspieler zusammen mit dem äußeren Mittelfeldspieler und dem Stürmer auf eine Seite, um hier durch diese Überlagerung der Seite eine Überzahl zu generieren und daraus einen Vorteil zu gewinnen. Die Chancen sollten dann vor allem über die Außenpositionen, durch Eingaben, oder über Steckbälle zwischen die Innen- und Außenverteidiger herausgespielt werden. Der Sechzehner wurde dann immer durch mindestens einen Spieler tief belaufen. Außerdem schoben die Außenpositionen ballfern ein um weitere Anspielstationen zu schaffen. 

Spiel mit dem Ball

Deutschland A-Mannschaft

Grundordnung: 4-2-3-1
Die A-Elf der Deutschen behielt ihr alt bewährtes System bei. In der 4er Kette spielten sie mit Boateng und Rüdiger als Innenverteidiger, sowie Kimmich und Plattenhardt als Außenverteidiger. Als 6er fungierten Kroos und Gündogan. Auf der 10 agierte Draxler, Gomez als 9er im Zentrum und auf den Außen Sané und Goretzka. Das bedeutet, es gab bereits in der Grundordnung einen Unterschied zu der U18. Der Spielaufbau erfolgte oft über den abkippenden 6er Kroos bzw. wenn die Brasilianer pressten über Boateng, Rüdiger und Neuer, welche sich viel den Ball zu spielten und dann via Chipball gegen die Verschieberichtung verlagerten. Das Übergangsspiel wurde dann ähnlich zur U18 gestaltet, also mit einer Überlagerung, wobei Draxler teilweise als eine Art 2. Spitze fungierte und in die Tiefe ging. Das änderte sich dann mit der Einwechselung von Werner und Wagner. Es gab nun zwei feste Spitzen, es wurde auf das 4-4-2 flach System der U18 umgestellt. Weiterhin gab es für deutsche Verhältnisse relative viele hohe Eingaben von Außen, da mit Gomenz ein wuchtiger Stürmer im Zentrum agierte. 

Darstellung der Seitenüberlagerung

Beide Teams schalteten gut von Offensiv auf Defensiv um. Sowohl bei der U18 als auch bei der A war das „Konterpressing“ oder Gegenpressing ein probates Mittel um immer wieder Chancen zu kreieren. 

Spiel gegen den Ball

Deutschland U18

In der Defensive agierte Deutschland ebenso mit einem 4-4-2. Die zwei 4er Ketten standen sehr eng und kompakt. Während eine der beiden Spitzen versuchte anzulaufen, kippte die andere ab um die Innenverteidiger zum schlagen zu zwingen. Im ganzen Team wurde nach Außen gelenkt. Die Deutschen spielten ein Mittelfeldpressing, d. h. sie versuchten den Ball auf Höhe Mittellinie zu gewinnen. Außerdem gingen sie bei Fehlern der Franzosen, so wie schlechten Bällen oder nicht offener Stellung situativ nach, um somit den Ball zurück zu erobern. 

Ecken / Standards: die Verteidigung erfolgte in einer Mischform aus Raum- und Manndeckung. 

Deutschland A-Mannschaft

Die A-Elf spielte ein mannorientiertes Angriffspressing und lief meistens schon sehr zeitig an. Durch dieses aggressive Angriffspressing der Deutschen wurde das Aufbauspiel der Brasilianer stark beeinflusst. Beide Innenverteidiger spielten den Ball oft tief, mal mehr und mal weniger gezielt. Um die Mitte eng zu machen und hier präsent zu sein rückten die Außen weit mit ein. Auch hier war ein Unterschied erkennbar, die U18 lief nur gelegentlich an und legten ihren Fokus vor allem auf das Mittelfeldpressing. 

Ecken / Standards: Sowohl A als auch U18 verteidigten in einer Mischform. 

Pokalsensation in Leutzsch! Taktische Umstellung zeigt Wirkung.

19.08.2018 – Der SSV Jahn Regensburg findet in der diesjährigen ersten Pokalrunde des DFB Pokals erneut ein überraschendes und schnelles Ende. Der Zweitligist unterliegt dem Leipziger Traditionsfeiern BSG Chemie Leipzig mit 2:1 (0:1). Somit erfährt das Team von Trainer Achim Beierlorzer zum achten Mal in den letzten neun Jahren ein Erstrunden-Aus im DFB Pokal.

Spielsysteme beider Mannschaften

Bei den Leipzigern ließ sich eine Änderung zu ihrem, aus der Oberliga gewohnten System erkennen. Sie stellten von dem 4-4-2 System auf ein klassisches 4-2-3-1 System um, in welchem Lars Schmidt und Böttger für Wendt und Berger in die Stadtformation rückten. Diese Systemumstellung zielten auf ein kompaktes verschieben im Block und ein daraus resultierendes kompaktes Zentrum hin. Damit erhoffte man sich, ein gutes Mittel gegen die vielen, schnellen Seitenwechsel des SSV Jahn Regensburg gefunden zu haben. Nach der Niederlage in der Liga gegen Paderborn stellte der Coach die Regensburger auf gleich 5 Positionen um. Föhrenbach, Lais, George und Adamyan rückten auf die Bank, dafür spielten Nandzik, Stolze, Nietfeld und Derstroff von Anfang an. Außerdem wurde Stammtorhüter Pentke durch Weis ersetzt. Sie starteten mit einer sehr spielstarken Doppelsturmspitze im offensiven 4-4-2 System. Captain Grüttner und Vrenezi sollten, im Sturm, durch ihre individuelle Klasse schnell einen Unterschied machen. Gegen den Ball agierten die Regensburger mit einer Spitze, und somit im 4-2-3-1 System. Ziel des einzelnen Stürmer war es, den Ball nach außen zu lenken. 

Leipziger heben Viererkette auf und agieren mit Diagonalbällen

Die durch die Pokalteilnahme sichtlich motivierten Leipziger konnten sich schnell ihre ersten Chancen erarbeiten. Schon in der 5. Spielminute wurde der Regensburger Schlussmann durch einen Flachschuss von Bury getestet. Danach sah man immer wieder das gleiche Muster in der Leutzscher Hälfte. Ein 6er schob zwischen die Innenverteidiger, die Außerverteidiger schoben hoch und es bildete sich eine neue Dreierkette, während die klassische Viererkette aufgehoben wurde. Der rechte Innenverteidiger wurde immer wieder vom Torwart angespielt. Dieser dribbelte dann so lange an, bis die Regensburger so weit eingeschoben waren, dass ein weiter Diagonalball auf die linke Seite möglich war. Hier wurde dann durch den hochgeschoben Außenverteidiger ein kurzzeitiges Überzahlverhältnis erzeugt. Das Ziel der Jahn Elf, in Form des Stürmers Grüttner, war es den Ball nach außen zu lenken. Dann den Ball in der gegnerischen Hälfte zu gewinnen und daraufhin schnell umzuschalten. Folglich wurden Diagonalbälle bewusst von den Leipziger Innenverteidiger geschlagen. 

Flanke auf den 2. Pfosten bringt Führungstreffer

In den ersten 15 Minuten war das Spiel sehr ausgeglichen, jedoch traf in der 20. Minuten, nach einer Flanke, der neu in die Startelf gerückte Derstroff für den SSV zur 0:1 Führung. Dies kam durch einen zu kurz geklärten Ball der Leipziger zustande, die danach schlicht zu langsam rausrückten. Das ermöglichte den Regensburgern eine Flanke auf den zweiten Pfosten. Alle Chemie Verteidiger konzentrierten sich auf den eigentlichen Zielspieler Grüttner, was zur Folge hatte, dass Derstroff völlig frei am zweiten Pfosten zum Abschluss kam und den Führungstreffer erzielen konnte. In den ersten 15 Minuten war das Spiel sehr ausgeglichen, jedoch traf in der 20. Minuten, nach einer Flanke, der neu in die Startelf gerückte Derstroff für den SSV zur 0:1 Führung. Dies kam durch einen zu kurz geklärten Ball der Leipziger zustande, die danach schlicht zu langsam rausrückten. Das ermöglichte den Regensburgern eine Flanke auf den zweiten Pfosten. Alle Chemie Verteidiger konzentrierten sich auf den eigentlichen Zielspieler Grüttner, was zur Folge hatte, dass Derstroff völlig frei am zweiten Pfosten zum Abschluss kam und den Führungstreffer erzielen konnte. 

Seitenverlagerungen dankbar für tiefstehende Leipziger Viererkette

Nach der Halbzeitpause war ein klarer Unterschied im Leipziger Spiel zu vermerken. Sie kamen deutlich besser ins Spiel und trauten sich deutlich mehr nach vorne – was zur Folge hatte, dass sie in ihren Aktionen zwingender als zu Beginn waren. Die Regensburger versuchten sich mit hohen Seitenverlagerungen durch Diagonalbälle zu helfen. Ziel war es, durch gezielte Flanken den zweiten Treffer zu erzielen. Die Flanken waren jedoch dankbar zu verteidigen für die tiefstehende Leipziger Defensive. 

Leipzig stellt auf 4-4-2 um

Leipzig war nun gezwungen das System umzustellen, da die Regensburger allmählich nur noch versuchten das Ergebnis zu verwalten. Trainer Demuth wechselte doppelt und stellte auf das gewohnt-klassische 4-4-2 um. Dies zeigte sofort Wirkung. So kam es, dass der neu eingewechselte Wendt den Ball durch die Beine von Torwart Weis zum Ausgleichstreffer in der 69. Minute schob. Es ging sehr einfach: es reichten zwei Pässe um das komplette Zentrum auszuhebeln, sowie beide Innenverteidiger der Regensburger zu überspielen. Wendt lief im richtigen Moment los in die Schnittstelle, konnte sich von seinem Gegenspieler lösen und erziele dann den 1:1 Ausgleichstreffer. Dadurch entwickelt sich ein richtiger Pokalfight, denn durch den Treffer hatten die Leipziger neue kraft geschöpft. 

Chemie Leipzig erzwingt Siegtreffer

Leipzig kreierte im Folgenden weitere Chancen, so hatte Druschky, nach einem Konter über den starken Bury, den Führungstreffer auf dem Fuß. Doch der Schlussmann der Regensburger konnte reaktionsschnell parieren. Andererseits hatten die Grün-Weißen auch Aluminium-Glück, nachdem der Regensburger Geipl mit deinen starken Schuss nur den Pfosten traf. Die Zuschauer im Alfrend-Kunze-Sportpark hatten sich schon auf die Verlängerung eingestellt, als jedoch Druschky in der Nachspielzeit nach einem lang geschlagenen Ball und der hervorragenden Kopfballverlängerung von Bury den Ball aus beachtlicher Distanz im Kasten der Regensburger unterbringen konnte und somit die geduldigen Fans in Ekstase versetzte. Die Pokalsensation ist damit perfekt. Der SSV Jahn Regensburg fliegt erneut in der ersten Pokalrunde raus und die BSG Chemie Leipzig zieht nicht unverdient und mit einem 2:1 (0:1) Sieg in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals ein.  

U18 Deutschland gegen Frankreich: Taktische Spielanalyse

29. März 2018 – Die U18 der deutschen Nationalmannschaft muss sich auch im zweiten Spiel gegen Frankreich geschlagen geben. Es war das zweite Spiel binnen weniger Tage. Trotz einer Führung reiche es am Ende nicht zum Sieg. Der Endstand: 2:4 aus deutscher Sicht. Beide Nationalteams wurden von unserem Experten Marcus Urban taktisch unter die Lupe genommen. Er besuchte das Jugend-Länderspiel für uns. 

Taktische Grundordnung Frankreich mit und gegen den Ball

Mit Ball:
Grundordnung: 4-4-2 flach

Die Franzosen versuchten mit vielen Verlagerungen gegen die Verschieberichtung der deutschen das Spiel aufzubauen. Das Ziel der Verlagerungen war es auf den Außenpositionen, im Mittelfeld oder über die Außenverteidiger in ein 1vs1 Duell zu gelangen und diese auf der Außenbahn für sich zu entscheiden. Oder es wurde ein Doppelpass mit dem oft entgegenkommenden Stürmer gespielt. Eine weitere Variante, die häufig von den Franzosen gespielt wurde, war ein Positionswechsel zwischen dem Außenverteidiger und dem äußeren Mittelfeldspieler. Diese Variante zielte darauf ab, die deutschen Außenverteidiger rauszuziehen und somit Räume in deren Rücken zu öffnen, welche dann wiederum von den hochgeschobenen Außenverteidiger der Franzosen belaufen wurden. Dadurch kam es immer wieder zu Lücken, in diese dann Schnittstellenpässe zwischen Innenverteidiger und Außenverteidiger durch den 6er gespielt werden konnten. 

Gegen Ball:
Wie auch in der Offensive agierte Frankreich gegen den Ball im 4-4-2 System. Sehr auffällig war der 6er der Franzosen, der gefühlt jeden Zweikampf für sich gewinnen konnte. Die beiden 4er Ketten standen sehr eng und kompakt. Die Innenverteidiger bzw. phasenweise sogar der Torwart der deutschen wurden abwechselnd sehr aktiv von beiden Stürmern angelaufen. Die Anspielstationen wurden versucht bestmöglich zu zustellen. Aus so einer Pressingsituation konnte auch das 1:1 erzielt werden.

Ecken / Standards: Verteidigung in einer Mischform aus einer Raum-und Manndeckung. 

Taktische Grundordnung Deutschland mit und gegen den Ball

Mit Ball:

Grundordnung: 4-4-2 flach

Der Spielaufbau der Deutschen sah wie folgt aus: Die Außenverteidiger schoben hoch, die Innenverteidiger nach außen und zwischen sie ließ sich ein abkippender 6er fallen. Des Weiteren schoben die äußeren Mittelfeldspieler, die Außenverteidiger sowie der zweite zentrale Mittelfeldspieler und der Stürmer jeweils auf eine Seite um eine Überzahlsituation durch Überlagerung auf dieser Seite zu erzeugen. Weiterhin versuchten die beiden IV‘s des deutschen U18 Teams die Franzosen etwas rauszulocken, in dem sie sich oft die Bälle hin und her spielten. Daraufhin sollte dann ein schneller und weiter Diagonalball das Spiel eröffnen. 

Gegen Ball:

In der Defensive spielte Deutschland ein 4-4-2. Das Ziel war es, den Ball nach außen zu lenken. Die beiden 4er Ketten standen sehr kompakt und machten das Zentrum zu. Einer der beiden Spitzen versuchten durch häufiges anlaufen die Innenverteidiger der Franzosen zum schlagen zu zwingen. Die Deutschen spielten ein Mittelfeldpressing, das heißt sie agierten meist ab der Mittellinie und warteten auf Fehler wie schlechte Pässe oder keine offene Stellung um dann situativ den Bällen nach zu gehen.  

Ecken / Standards: Wie bei den Franzosen, also die Verteidigung in einer Mischform aus Raum- und Manndeckung. 

Fazit: 

Sowohl die deutsche als auch die französische U18 zählt zur europäischen Beletage im Jugendbereich. Beide Teams konnten sich durch eine durchaus reife Spielanlage auszeichnen. Im Vergleich zu den Profis ist jedoch ein klarer Unterschied zu erkennen, vor allem in puncto Zielstrebigkeit und Cleverness. Zu ergänzen ist, dass bereits einige der Jugendspieler mit Profiverträgen ausgestattet sind. 

Hallo an alle… bitte mal kommentieren – über was Ihr mehr wissen möchtet bzw. euch interessiert – danke

Willkommen auf meiner Seite… Perspektivisch entsteht hier eine Austauschplattform für Athleten, Trainer und sportbegeisterte Menschen.

Themenbereiche werden u.a. sein:

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