Ernährungsstrategien im Fußball

Besonders im Hochleistungssport geben Kleinigkeiten den Ausschlag. Eine Komponente, die den Ausschlag geben könnte, ist die Ernährung. Die Frage zu der optimalen Ernährungsstrategie ist schwer zu beantworten, da es laut Uwe von Renteln bei der Auswahl der Strategie auf die Kalorienbilanz, Stoffwechseltyp, sportliche Belastung, Verletzungen und momentane Ernährung ankommt. Kohlenhydrate bilden dabei die wichtigste Energiequelle, sie sind von hoher Bedeutung für kurzzeitig intensive sportlichen Belastungen. Sie besitzen eine hohe Sättigungswirkung und stimulieren die Schilddrüse. Entgegengesetzt dazu wirken die Fette und Eiweiße, welche hauptsächlich zur Regeneration zu sich genommen werden sollen. Im Training kommt es zu vier negativen Einflüssen: Katabolismus, Verletzungsanfälligkeit, extreme Stresssituation, Destabilisation des Immunsystems. Dabei sind gerade die ersten Stunden nach dem Training entscheidend, wofür das Prinzip „Open-Window-Phänomen“ zuständig ist. Es umschreibt die immunologische Lücke nach sportlichen Belastungen des Organismus. Es gilt als erwiesen, dass Infektionskrankheiten nach intensiven sportlichen Belastungen vermehrt festzustellen sind. Ein wichtiger Punkt zur Bekämpfung dieses Phänomens ist die Ernährung. Vor der sportlichen Belastung muss sich ordentlich ernährt werden, genauso jedoch auch nach der sportlichen Belastung. Sollte das Immunsystem daher geschwächt sein, muss man für eine Kohlenhydratzufuhr sorgen, was zu einem hohen Insulinausstoß sorgt, verbesserte Glykogeneinlagerungen und erhöhtem Aminosäuretransport. Die zweite Komponente ist die Eiweißzufuhr, was zu einer Resorption führt. Aus ernährungsspezifischer Sicht teilt man einen Wettkampfzyklus in drei Teile ein: Als erstes kommt die Aufladephase, danach folgt der Wettkampf und zum Schluss kommt die Regeneration. In der Aufladephase geht es darum, die Energiespeicher zu füllen. Dabei muss auf den Stoffwechseltypen, aber auch auf die Art des Wettkampfes (Dauer) geachtet werden. Ist die Belastung intensiv, sollten bevorzugt Kohlenhydrate gegessen werden, beispielsweise Getreide, Bananen, Kartoffeln, Reis, Obst und Cornflakes. Dazu sollten in moderaten Mengen Fleisch, Fisch, Pilze und Nüsse verzehrt werden. Ist die Belastung jedoch extensiv sollte die Ernährung Fettprotein betont sein, das heißt man sollte viel Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Tofu, Pilze und Gemüse essen, dazu Obst und Milchprodukte. Im Wettkampf sollte nach Möglichkeit Nahrung zu sich genommen werden, hauptsächlich Kohlenhydrate sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Nach dem Wettkampf sollte in der dritten Phase, der Regeneration, Gemüse, Salat, Obst, Kartoffeln, Reis und Getreide, sowie magere Molkereiprodukte und Pute, Hähnchen, Fisch und Schinken verzehrt werden. 

Auch Verletzungen sind im Sport keine Seltenheit, es kommt bei einer Verletzung zur Immobilisierung, das heißt zu einem Verlust an Muskelmasse, -kraft und -funktion, Rückgang der Muskelproteinsynthese und Entzündungsreaktion. Man sollte versuchen die Muskelmasse so gut es geht zu erhalten und andererseits eine Zunahme von Körperfett zu vermeiden. Deshalb sollte die Energiezufuhr nicht deutlich reduziert werden, da der Heilungsprozess ein zusätzliches Maß an Energie benötigt. Auch für die Eiweißsynthese benötigt der Körper Energie. Der Faktor Eiweiß spielt eine wichtige Rolle, um den Abbau der Muskulatur weitestgehend zu verhindern und das neuerliche Muskelwachstum durch Training und Rehabilitation zu unterstützen. Des Weiteren sollte man genügend Kohlenhydrate zu sich nehmen, denn dadurch wird die Nahrungsaufnahme verbessert und wirkt Entzündungen entgegen, Fette sollte man dabei eher meiden. Dies zeigt, dass die Ernährung ein sehr komplexes Gebilde darstellt und gerade im Spitzensport eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass viele Sportler mit Ernährungswissenschaftlern zusammenarbeiten und den optimalen Ernährungsplan zusammenzustellen.